Vater, Mutter und Baby vor einem Baum

Brüggener Energiesparmodell in Schulen und Kindergärten auch in Coronazeit aktiv

Das Projekt “Einführung eines Energiesparmodells an Schulen und Kindergärten in Brüggen“ ist eine Maßnahme aus dem gemeindeeigenen Klimaschutzkonzept und wird mit 65 % im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative vom Bundesumweltministerium bezuschusst. Alle Brüggener Schulen und gemeindeeigenen Kindergärten sowie das Familienzentrum Vennmühle e.V. und die Kindergarten Kunterbunt K.I.B. e.V. beteiligen sich seit dem 01.07.2017.

Das Jahr 2020 wird voraussichtlich allen Beteiligten in besonderer Erinnerung bleiben. Auch das Projekt des Energiesparmodells musste lernen, mit Corona und den neuen Herausforderungen umzugehen. Allgemeine Schul- und Kindergartenschließungen haben im April und den folgenden Monaten den Alltag vieler Familien durcheinandergewirbelt. Aber auch den Erziehern und Pädagogen wurde einiges abverlangt. Planungsunsicherheit, Neuorganisationen und alternative, zumeist digitale, Lösungen mussten kurzfristig umgesetzt und erprobt werden. Umweltschutz- und Energieaktivitäten sind in dem Rahmen kurzfristig in den Hintergrund gerückt. Auch die für den 18.03.2020 ursprünglich geplante Bonusausschüttung und Urkundenübergabe musste auf digitalem und postalischem Weg erfolgen und konnte nicht persönlich honoriert werden.

Umso mehr freuten sich alle Beteiligten, als im Juni wieder die Aktivitäten zum Projekt aufgenommen werden konnten. Die jährlichen Vor-Ort-Begehungen durch externe Fachexpertise der Firma B.A.U.M. Consult GmbH in Begleitung der Klimaschutzmanagerin der Burggemeinde Renate Kirsch konnten über den Sommer unter Einhaltung strengster Hygienevorschriften wieder stattfinden. In den neun besuchten Schulen und Kindergärten wurde deutlich, dass trotz der extremen Umstände, die diese Zeit mit sich brachte, das Thema Klima- und Umweltschutz einen wichtigen Stellenwert in den Einrichtungen hat.

Die gestiegenen Hygienevorschriften wie z.B. regelmäßiges Lüften oder vermehrte Handwaschvorgänge stehen hinsichtlich der Wasser- und Energieverbräuche zunächst einmal im Zielkonflikt mit den angestrebten Einsparungen des Energiesparmodells. Doch mithilfe einfacher Umorganisation von Abläufen im Kindergarten- und Schulalltag lassen sich trotz der besonderen Situation auch hier Einsparungen erzielen, wie das Beispiel einer Brüggener Grundschule zeigt: Durch eine veränderte Reihenfolge der Hof- und Essenspause kann nun ein kompletter Händewaschvorgang bei allen Schülern und Schülerinnen eingespart werden. Das theoretische Einsparpotenzial von etwa 115 Kubikmetern Frischwasser auf ein Jahr gerechnet zeigt, wie wichtig es ist, auch in diesen Zeiten für das Thema Ressourcenverbrauch zu sensibilisieren. Dafür braucht es nicht zwingend technische Optimierungen – bewusstes Nutzerverhalten kann bereits große Wirkungen erzielen.

Im Rahmen des Projektes finden zudem jährlich gezielte Schulungen der involvierten PädagogInnen sowie der HausmeisterInnen statt. Hier geht es insbesondere darum, Wege aufzuzeigen, mit welchen organisatorischen und nutzerbasierten Maßnahmen auf Energie- und Ressourcenverbräuche Einfluss genommen werden kann.

Die beiden Workshops waren für Anfang November geplant und mussten aufgrund der aktuellen Situation rund um COVID19 ins Neue Jahr verschoben werden. In dem Zusammenhang wurde mit dem Fördermittelgeber die Verlängerung des Projekts um ein halbes Jahr, nun bis zum 31.12.2021, vereinbart.