Vater, Mutter und Baby vor einem Baum

„Pujacken en ‘ne Panneschopp“ – Die westdeutsche Dachziegel- und Röhrenindustrie im Grenzgebiet der Kreise Kempen und Erkelenz Online-Vortrag von Dr. Ina Germes-Dohmen, Kempen

Auf Initiative des Kempener Geschichts- und Museumsvereins hält die Kempener Historikerin Dr. Ina Germes-Dohmen am Sonntag, dem 17. Januar um 11.15 Uhr einen online-Vortrag zur Geschichte der Dachziegelindustrie im Grenzgebiet. Dieser Vortrag wird über das Videokonferenz-Tool Zoom zu sehen sein, eine vorherige Anmeldung bei Zoom ist nicht nötig. Der Link zum Vortrag ist ab dem 10. Januar auf der Homepage des Vereins www.kgmv.org unter Aktuelles/Veranstaltungen zu finden.

Ina Germes-Dohmen berichtet in ihrem Vortrag, welche Voraussetzungen zu Gründung dieser neuen Industrie führten, welche Entwicklung diese nahm, wie die Lebens- und Arbeitssituation für die Arbeiter war, aber auch wer die Fabrikanten waren. Dabei werden auch die unterschiedlichen Entwicklungen in den Nachbargemeinden Kaldenkirchen, Brüggen, Bracht, Niederkrüchten und Elmpt in den Blick genommen. Titelgebend für den Vortrag ist die körperlich harte Arbeit in den Dampf-Dachziegelfabriken, im Volksmund „Pujacken en ‘ne Panneschopp“ genannt. Zeitweise beschäftigten die Dachziegel- und Röhrenfabriken 1500 Arbeiter und Arbeiterinnen und stellten damit zeitweilig ein Viertel der gewerblichen Arbeitsplätze der Region. Viele der Beschäftigten kamen täglich über die Grenze, aber auch Saisonarbeitskräfte wurden zeitweise beschäftigt. Für die Gemeinden bedeutete die Ansiedlung der Tonwarenindustrie einen bisher unvorstellbaren wirtschaftlichen Aufschwung. Vor allem Bracht und Brüggen profitierten von den großen Tonvorkommen im Gemeindewald in vielfacher Hinsicht. Auch nach den beiden Weltkriegen zeigte sich die Ziegelindustrie zunächst als bestimmender Faktor für das wirtschaftliche Wiederaufleben der Gemeinden, denn Dachziegel waren hoch begehrt. Doch dann führten neue Baustoffe zu einer Krise der Traditionsindustrie. Heute existieren in der gesamten Region noch zwei Dachziegelfabriken, die nun schon seit über 125 Jahren bestehen. Mit der Geschichte dieser Industrie beschäftigt sich die Referentin seit nunmehr über 30 Jahren. Der Vortrag wird auch zahlreiche Fotos und Abbildungen zeigen.