Die Rathäuser Brüggen und Bracht

Aufgabenbereich und Organisation des Winterdienstes der Gemeinde

Aufgrund der aktuellen Wetterlage erreichen uns einige Anfragen und Hinweise zum Winterdienst der Gemeinde. Wir möchten deshalb an dieser Stelle verdeutlichen, was zum Aufgabenbereich des Winterdienstes der Gemeinde gehört und vor allem wie dieser organisiert ist: Schon im Falle entsprechender Vorhersagen wird durch alle Mitarbeiter unseres gemeindlichen Bauhofes ein ausführlicher Einsatz- und Streuplan umgesetzt und das selbstverständlich weit über die Regelarbeitszeiten hinaus.

Der durch den Bauausschuss verabschiedete Streuplan legt die Reihenfolge fest, in der die öffentlichen Straßen und Wege zu streuen bzw. zu räumen sind.

Maßgeblich für die Festlegung der Reihenfolge sind Dringlichkeit und Bedeutung der einzelnen Straßen und Wege, aber auch besondere Gefährdungstatbestände (z.B. Steigungen, Schulwege etc.) und eine möglichst zeitoptimierte Streckenführung. Bei starkem Schneefall werden zuerst die im Streuplan priorisiert aufgeführten Straßen und Wege geräumt. Danach werden, soweit dies die Wetterlage sowie die Personal- und Maschinenauslastung zulassen, zunächst die übrigen Straßen in den Ortskernen und anschließend in den Außenbezirken geräumt. Bereits im Jahre 1981 hat der Bauausschuss der Gemeinde Brüggen zum Schutz der Umwelt beschlossen, Anliegerstraßen und sonstige wenig befahrene Straßen nicht mehr zu streuen. Salz soll nur noch auf Hauptverkehrsstraßen sowie an besonders gefährdeten Stellen (z. B. auf Steigungen) zum Einsatz kommen.

Mit Eintreten der entsprechenden Wetterlage werden sofort alle 15 Bauhofmitarbeiter inkl. benötigter Maschinen wie folgt eingesetzt:

  • Straßenstreuung/-räumung Brüggen & Born: 1 Großfahrzeug Unimog mit 2 Mann
  • Straßenstreuung/-räumung Bracht, Alst, Boerholz: 1 Großfahrzeug LKW mit 2 Mann
  • Radwege, Schulhöfe, Fußgängerzone: 2 Kleintraktoren mit 2 Mann
  • Handstreuung/-räumung der Fußwege, Übergänge, Bushaltestellen, Behindertenparkplätze Brüggen: 3 Mann
  • Handstreuung/-räumung der Fußwege, Übergänge, Bushaltestellen, Behindertenparkplätze Bracht, Boerholz, Alst: 3 Mann
  • Handstreuung/-räumung der Fußwege, Übergänge, Bushaltestellen, Behindertenparkplätze Born, Lüttelbracht/Genholt: 2 Mann
  • Parkplätze Brüggen, Born, Bracht: Radlader 1 Mann

Der Einsatzplan für den Winterdienst sieht hierbei eine Bereitschaftszeit der Mitarbeiter von 22.00 bis 5.00 Uhr unter der Woche und 5.00 bis 22.00 Uhr am Wochenende zusätzlich zu den üblichen Dienstzeiten vor.

Hinzu kommt, dass sich die Arbeit zur Sicherstellung der öffentlichen Sicherheit & Ordnung bei Wintereinbruch nicht nur auf die Streuarbeiten beschränkt: Aufgrund von Schneeansammlungen und Verwehungen sind zugeschneite Straßenschilder, umgekippte Bäume und abgeknickte Äste eine zusätzliche Gefahr, die es laufend zu beseitigen gilt.

Bei den Wetterbedingungen der letzten Tage hat sich durch den Schnee/Eisregenmix über etliche Stunden i.V.m. den extrem tiefen Temperaturen in allen Bereichen eine dicke Eisschicht gebildet. Durch die tiefen Temperaturen und vermutlich auch durch den fehlenden Verkehr auf den Straßen (Lockdown) hat das aufgebrachte Salz zusätzlich noch an Wirkung verloren. Nur durch tägliche Wiederholung des morgendlichen Streuens und dem Abschieben des angetauten Materials ein paar Stunden später war die festgelegte Streustrecke überhaupt freizubekommen. Gehwege und Übergänge konnten nur in mühsamer Arbeit regelrecht vom Eispanzer „freigehackt“ werden.

Es bleibt festzustellen, dass auch während der zuletzt extremen Wetterlage unser Winterdienstplan funktioniert hat: dass eine vollständige und flächendeckende Beseitigung von Eis und Schnee nie möglich ist, dürfte nachvollziehbar sein.

Unverständlich ist es da schon eher, dass zahlreiche Grundstückseigentümer keinen Anlass sehen, die überschaubaren Bereiche an den eigenen Grundstücken Wintersicher zu machen und damit Ihrer Pflicht nach der Straßenreinigungssatzung zu erfüllen. Das Ordnungsamt wird hier nochmal die entsprechenden Kontrollen im Gemeindegebiet verstärken und die Grundstückseigentümer, zur Not durch Auferlegung eines Bußgeldes, in die Pflicht nehmen.