Ausstellung in der Burg Brüggen

Ortsgeschichte Brüggen/Born

Nachdem 2015 die Brachter Ortsgeschichte erschien, hat die Burggemeinde Brüggen im Dezember 2017 die Erstellung der „Geschichte von Brüggen und Born von der Frühzeit bis zur Gegenwart“ in Auftrag gegeben. Herausgeberin und Schriftleiterin ist die Historikerin Frau Dr. Ina Germes-Dohmen aus Kempen. Ähnlich wie beim Brachter Band hat sie wieder ein hochkarätiges Autorenteam zusammengestellt. Gemeinsam haben sie die Geschichte Brüggens und Borns professionell aufgearbeitet. Wegen des Umfangs von 800 Seiten und 350 Abbildungen erscheint die Brüggen/Borner Ortsgeschichte jedoch in zwei Bänden, die aber nur zusammen erworben werden können.

Das zehnköpfige Autorenteam hat aus dem Puzzle aus Briefen, Akten und Rechnungen ein lesbares Buch zusammengesetzt. Unter anderem geht es um den ständigen Zoff zwischen den Bornern und den Brüggenern, die Marotten mancher Pfarrer, den Einfallsreichtum der armen Landbevölkerung, die Mistgabel-Attacken auf die damals verhassten Swalmener oder die pfiffige Methode der Bauern, ihr Vieh auch auf fremdem Land zu beweiden.

Im ersten Band beschreiben die Autorinnen und Autoren den Naturraum, die geologischen Standortfaktoren und die archäologischen Funde bis zum Mittelalter. Die historische Entwicklung vom 12. Jahrhundert bis zum Ende des Ersten Weltkriegs wird in zwei Epochenbeiträgen nachgezeichnet. Teilaspekte strukturieren die Beiträge: die politische Geschichte mit wechselnden Landesherrschaften und zahlreichen Kriegen, die Verwaltungs- und Siedlungsentwicklung und die Wirtschaftsgeschichte sowie das kirchliche, religiöse und kulturelle Leben.

Ausgangspunkte für die Siedlungen Born und Brüggen waren im 12. bzw. späten 13. Jahrhundert die Burg Born im Bruchgelände und die Brüggener Burg an einem Schwalmübergang. Während die Borner Burg unterging, aber Kirche und Dorf Bestand hatten, entwickelte sich in Brüggen eine befestigte Stadt im Schatten der von den Jülicher Landesherren zum Verwaltungssitz ausgebauten Burg. Als geistliches Zentrum kam 1479 das Kreuzherrenkloster hinzu. In preußischer Zeit umfasste die Bürgermeisterei Brüggen die selbstständigen Gemeinden Brüggen und Born. Beide Gemeinden galten als bedürftig, die Einwohner lebten von Landwirtschaft und Heimweberei. Erst die Ansiedlung der Tonindustrie brachte im ausgehenden 19. Jahrhundert industrielle Arbeitsplätze.

Im zweiten Band der Ortsgeschichte Brüggen und Born wird die Geschichte der beiden Gemeinden im Verlauf der letzten hundert Jahre dargestellt. In drei Epochenbeiträge beschreiben die Autorinnen und Autoren in großen Linien die politische Geschichte, Zusammensetzung von Rat und Verwaltung, die Ortsentwicklung und die Wirtschaftsgeschichte in der Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus, in der Nachkriegszeit und in den fünf Jahrzehnten seit der kommunalen Neugliederung. Auch die konfessionelle Geschichte, Schul- und Gesundheitswesen werden thematisiert. So kann der Leser die Entwicklung von Brüggen und Born in den vergangenen Jahrzehnten bis zur Gegenwart nachvollziehen. Der umfassende Wandel, der sich in den Orten vollzogen hat, wird auch durch zahlreiche Fotos dokumentiert.

Im abschließenden Kapitel „Kultur und Denkmäler“ werden die Baudenkmäler Brüggens und Borns ausführlich beschrieben, die Besonderheiten des Dialektes dargestellt und das Vereinsleben aufgezeichnet.

Das Autorenteam

  • Marion Brüggler, Eva Cott und Christoph Keller, LVR-Amt für Bodendenkmalpflege, archäologische Funde vor 1289
  • Margret Wensky, zwölftes Jahrhundert bis 1814
  • Paul Schrömbges, Weimarer Republik bis 1970
  • Ina Germes-Dohmen, kommunale Neuordnung ab 1971
  • Reinhold Roth vom Geologischen Dienst NRW, Bodenverhältnisse und Geologie
  • Georg Cornelissen vom LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte, Dialekt
  • Andrea Rönz, Vereinsleben
  • Eva-Maria Willemsen, Kunst- und Baudenkmäler