Erholungssuchende auf einer Bank am Borner See

Ausstellung in der Burg Brüggen: „Heimat“ BBK Niederrhein

Vom 22. April bis 17. Juli zeigen Michael Globisch, Ulrich Helbig, Marianna Kalkhof, Nicole Peters, Stefan Resch und Petra Wittka vom BBK-Niederrhein in der Burg Brüggen Arbeiten zum Thema Heimat. Zur Eröffnung am 22. April um 19.30 Uhr im Kultursaal der Burg Brüggen laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein. Nach der Begrüßung durch die Burggemeinde Brüggen spricht der Kunsthistoriker Dr. Christian Krausch zur Einführung.

HEIMAT - Womit verbindet der Mensch Heimat? Mit seinem Geburtsort? Seinem Elternhaus? Einer Landschaft? Einer Sprache? Seinem neuen zu Hause, wenn man endlich wieder ein Heimatgefühl entwickeln konnte? In seinem eigenen Interieur oder mit einer aus seiner eigenen Machart heraus gestalteten Umgebung? Ist Heimat an Materie gebunden oder ist es ein Gefühl? Ist Heimat ein überholter Begriff in unserer globalisierten Welt oder gerade durch die Globalisierung noch mal neu wichtig? 6 Künstlerinnen und Künstler des BBK-Niederrhein nähern sich dieser Frage aus unterschiedlichen Richtungen.

Für Michael Globisch ist Heimat ein Wort, das in der Vergangenheit oft missbraucht wurde. Es bezieht sich auf einen Ort oder einen Raum, der Gefühle und Assoziationen hervorruft. Ohne Heimat kann ich mir nur sehr schwer einen Lebensraum vorstellen. Man muss aber vorsichtig mit den Begriff, als auch die Bedeutung dessen umgehen.

Die Bilder / Zeichnungen von Ulrich Helbig entstanden aus der Erinnerung. Helbig wurde in Willich-Schiefbahn geboren und erlebte, in jungen Jahren, die zunehmende Kommunalisierung der Gemeinden Schiefbahn, Neersen, Anrath und Willich zur Stadt Willich, mit eben diesen vier Stadtteilen. Die Bilder zeigen, aus der Vogelperspektive, wie sich ein Dorf veränderte. Die unberührten Felder, Wiesen und kleine Wälder wurden plangerecht auf -und zerteilt. Autobahnen queren heute die Idylle der damaligen Natur. Die Industrie zog in die Außenbereiche der Ortsteile, die immer mehr zusammen schmolzen. Innerstädtische Bauten, wie Geschäftszentren, wurden zu „Tempeln“ der Zivilisation, verdrängten historische Häuser und Straßenzüge. Die Identität mit dem Geburtsort wird für den Zeichner Helbig eine immer zu erneuernde Erfahrung.

Marianna Kalkhof: Was bedeutet Heimat? Zu wissen, wo man hingehört, wo man seine Wurzeln hat - und doch die Freiheit besitzt,seinen Ort zu wechseln. Wie unser heimischer Specht, der in Mitteleuropa ein Standvogel ist, jedoch in Nordeuropa zum Strichvogel wird, weil das Klima es erfordert, dass er seiner Lebensgrundlage, seiner Nahrung, nachfliegt. Für Marianna Kalkhof symbolisiert der Vogel – an sich – die Freiheit,die Freiheit den Ort zu wechseln im physischen wie im geistigen Sinne.

Für Nicole Peters gehören Gewächshäuser zur Landschaft ihrer Heimat des Niederrheins. Landwirtschaft hat sich jedoch in den letzten 40 Jahren stark verändert. Gewinnmaximierung und das Diktat der Firmen die Saatgut manipulieren und vertreiben prägen letztlich auch unsere Landschaft. Das Gewächshaus-Objekt „Wir fokussieren heute die Ernährung der Weltbevölkerung: Es ist unser Anliegen, Landwirten zu deutlichen Ertrags- und Produktivitätssteigerungen zu verhelfen.“ spannt den Bogen von der Landwirtschaft der 50er Jahre bis zur heutigen von Global-Playern wie Monsanto dominierten Landwirtschaft.

Stefan Reschs Arbeit zeigt eine grundierte Keilrahmenbespannung (1,05 m x 1,00 m) mit einem mehrfach geflickten und gestopften Tuch. Es stammt aus der unmittelbaren Nachkriegszeit des zweiten Weltkrieges, in der Menschen versucht haben aus den Trümmern und Fragmenten eine lebbare Heimat aufzubauen.

Petra Wittka entwickelte Objekte, welche einen symbolischen oder gestalterischen Bezug zum Thema zeigen. Bezüglich des Themas wurde z.B. ein dreieckiges Exponat mit Zeichnung/Collage entwickelt. Dieses Dreieck soll das Dreiländereck symbolisieren und damit auch zum Symbol für den Begriff Heimat werden, in welcher die Künstlerin aufgewachsen ist. Die Zeichnung zeigt eine Figur an einer Ecke des Symbols.

Andere Exponate beschreiben geschmacklich den Ort, in Anlehnung an eine Gefühlswelt, in einer Heimat....