Erholungssuchende auf einer Bank am Borner See

Schloss Dilborn

Das Schloss DilbornDas Gründungsdatum von Schloss Dilborn ist nicht bekannt, erstmals wird es 1363 im Besitz der Familie Seger von Swalmen erwähnt, die den Besitz als Lehen des Herzogs Eduard von Geldern erhielten. 1583 baute Gerhard von Elmpt ein neues Haus und 1854 erwarb Reichsgraf Julius von Schaesberg-Thannheim das Wasserschloss.

Heute sind noch die Vorburganlagen zu erkennen, ein zweigeschossiger Backsteintrakt von 1752 mit Mansardendach und vorgezogenen dreigeschossigen Ecktürmen. Das alte, 1583 erweiterte Schloss, lag diesen Anlagen gegenüber, wurde aber vermutlich 1850 abgerissen und heute sind dort nur noch Gartenanlagen zu finden.

1867 wurde auf der Rückseite des Baues eine Kapelle in den Wassergraben hinein gesetzt. Die auf der anderen Straßenseite gelegenen Wirtschaftsgebäude wurden um 1860 in neugotischer Form errichtet. 1909 wurde die Familie der Grafen von Westerholt Besitzer. Seit 1945 "Kinder und Jugenddorf", zeitweise unter Leitung der Dermbacher Schwestern der armen Dienstmägde Jesu Christi, befindet sich dort heute dort die "Jugendhilfe Schloss Dilborn".

Heinrich NauenBewohner des Schlosses Dilborn waren von 1911 bis 1937 die Künstler und Eheleute Heinrich Nauen und Marie von Malachowski-Nauen. Heinrich Nauen, geboren am 01. Juni 1880 in Krefeld, gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des "Rheinischen Expressionismus". Sein Werk umfasst Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Drucke, aber auch monumentale Wandgemälde und Mosaike.

1898 an der Düsseldorfer Kunstakademie aufgenommen, war er dort von 1921 bis 1937 als Professor tätig. Im April 1905 reiste er nach seiner Heirat mit Marie von Malachowski nach Paris, um dort den Impressionismus zu studieren. Nach einigen Jahren in Berlin kehrte das Paar 1911 an den Niederrhein zurück und bezog einen Teil von Schloss Dilborn. Unter den Nationalsozialisten wurden Nauens Werke 1937 in der Ausstellung "Entartete Kunst" öffentlich verurteilt und Heinrich Nauen wurde gezwungen seine Professur aufzugeben und in den Ruhestand zu gehen.

1937 zog das Paar nach Kalkar. Durch Krankheit und die äußeren Umständen geschwächt, wurde die künstlerische Schaffenskraft stark eingeschränkt und im November 1940 verstarb Heinrich Nauen. Er wurde in Kalkar begraben und sein Grabmal wurde durch Joseph Beuys nach einem Entwurf von Ewald Mataré gestaltet.

Kunst und Kultur haben immer noch eine hohe Bedeutung in Dilborn. Das "Niederrheintheater" hat dort seinen Sitz und das "Kultschloss Dilborn" präsentiert immer wieder interessante und bekannte Künstler.